L'Oréal Paris Revitalift Hydration Reinigungsgel

 

Dieses Produkt wurde uns freundlicherweise von L'Oréal Paris zur Verfügung gestellt.

Zur Webseite von L'Oréal Paris

Ich habe mich etwas blind beim Home Tester Club auf einige Kampagnen beworben. Dabei habe ich jetzt zwei mal die Möglichkeit bekommen, ein Produkt vor Marktlaunch zu testen, darunter auch das neue Revitalift Reinigungsgel.

L'Oréal macht sich hier mal wieder sehr groß und beschreibt in absoluter Traumsprache, wie gut ihr Reinigungsgel wirken wird. Leute, die mich länger verfolgen wissen: Nichts, dass ich leiden kann.

Und L'Oŕeal hat hier wirklich aus der most basic Formel einen riesigen Aufriss gemacht, der natürlich weit über den Produktionskosten verkauft wird. Dieses Reinigungsgel ist ein Witz.

Die Formel ist mit das einfachste, was ich je gesehen habe. SLES als Tensid, Hyaluronsäure, die nicht einmal wirklich komplex ist, sondern einfache, neutral-große Hyaluronsäure die so meh von der Haut aufgenommen wird, dann gepaart mit einem Polymer, auf das ich jetzt nochmal genauer eingehene werde.

Das Reinigungsgel trickst euch nämlich massiv aus: Wenn man das Reinigungsgel anwendet, fühlt sich die Haut exzellent gut an. Es scheint zumindest so.

Das enthaltene Polymer bildet nämlich einen krassen Film auf der Haut, der sie auf einmal komplett weich wirken lässt. Was für ein Fake das ist, erkennt man übrigens nicht an der Haut im Gesicht, sondern an den Händen.

Wenn ihr das Reinigungsgel zuhause habt, probiert es aus: Wascht euer Gesicht und fühlt dann mit den Fingern über die Innenfläche eurer Hände. Ihr werdet einen glatten Film und eine sehr glatte Oberfläche feststellen. Die hält sich aber nicht. Mit jedem Händewaschen löst sich der Film mehr und ihr seid wieder im Ursprungszustand.

Das Reinigungsgel tut im Grunde genommen tatsächlich nichts. Das Tensid, SLES, ist sehr stark reinigend und auch stark fettlösend, was sich auch beim Makeup sehr gut feststellen lässt. Die Reinigung ist tatsächlich gut, aber nichts - und wirklich gar nichts - besonderes.

Fast alle Marken in der Drogerie von klassisch-konventionellen Marken setzen das gleiche Tensid ein und sie tun alle dasselbe. L'Oréal hat hier einfach nichts getan, dass die Haut auch nur ansatzweise pflegt. Zwar wird ein Teil der Hyaluronsäure aufgenommen, das bringt euch aber herzlich wenig, denn eure Gesichtscreme wird mit hoher Wahrscheinlich ebenso Hyaluronsäure enthalten oder sogar hochwertigere Feuchtigkeitsspender.

Dazu muss man auch sagen: Hyaluronsäure ist nicht so gut, wie immer angenommen wird. Glycerin, dass in fast allen weltwelt erhältlichen Kosmetika enthalten ist, ist weitaus effektiver bei der Feuchtigkeitsspeicherung, als es Hyaluronsäure ist. Nur komplexe, mehrverzweigte Hyaluronsäure, die aus niedrig- und hochmolekularen Bestandteilen besteht, ist dem Glycerin geringfügig überlegen.

Das bedeutet im Umkehrschluss: Ja, die Reinigung ist effektiv, aber keinesfalls überlegen. Mit den Duftstoffen tut man sich auch nichts unbedingt Gutes, selbst, wenn ich sagen muss, dass der Duft überraschend angenehm ist.


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Fazit

Das Reinigungsgel ist überteuert, tut im Grunde nichts, als reines Sulfat in einem Wassergemisch und täuscht euch eine Verbesserung des Hautzustandes vor, ohne dass tatsächlich eine Verbesserung eintritt.

Jedes Reinigungsgel von Balea oder ISANA ist gleich effektiv oder sogar effektiver, als dieses "neuartige" Reinigungsgel von L'Oréal. Dabei muss ich sagen: die neuen Produkte aller Eigenmarken übertreffen die Qualität von L'Oréal teilweise um ein Vielfaches, denn während sich L'Oréal und Co. noch immer an Duftstoffe halten, verwenden die meisten Eigenmarken in ihren neuen Formeln keine Duftstoffe mehr, was die Verträglichkeit immens erhöht.

Das Reinigungsgel kann ich daher keinesfalls empfehlen. Es ist reines Marketing.

Inhaltsstoffe

Aqua, Sodium Laureth Sulfate, Coco-Betaine, Sodium Chloride, Glycerin, Ppg-5-Ceteth-20, Sodium Hyaluronate, Sodium Hydroxide, Disodium Edta, Citric Acid, Panthenol, Polyquaternium-7, Tocopheryl Acetate, Sodium Benzoate, Salicylic Acid, Linalool, Parfum.

Wichtig: Die Inhaltsstoffe entsprechen den Angaben auf dem vorliegenden Testprodukt. Inhaltsstoffe auf der Produktverpackung sind ausschlaggebend. Bitte beachte auch unsere Allgemeinen Hinweise. Du findest hilfreiche Informationen rund um die Inhaltsstoffe in unserem INCI Glossar.

Empfehlungen; Haut- und Haartypen

Reife Haut.

Wichtige Merkmale und Hinweise

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Produkttransparenz

Inhalt: 150ml
Hergestellt in: Polen
Hersteller: L'Oréal Deutschland GmbH
Testausführung: Mind. zwei Wochen lang einmal täglich oder mehr
Dieses Produkt wurde Gesponsert: Ja, wir haben ein kostenfreies Muster erhalten.

Verpackungsmaterial

1-PET

Für Informationen rund um Recycling und die Recyclingfähigkeit des hier ggf. ausgewiesenen Materials, besuche unsere Recycling-Infoseite unter www.gooloo.de/recycling.

Recyclinganteil

Unbekannt.

Preis¹: 5,99 Euro | Gesamtbewertung: 53%
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Konzentrationen erkennen

Damit du dir vorstellen kannst, wie hoch die Konzentration der Inhaltsstoffe in einem Produkt sind, sind hier ein paar einfach zu merkende Infos. Der Inhaltsstoff Phenoxyethanol darf nur in Konzentrationen bis 1,0% eingesetzt werden. Das bedeutet, dass alle Inhaltsstoffe, die nach Phenoxyethanol aufgelistet werden, weniger oder gleich 1,0% sind. Für Sodium Benzoate gelten folgende Faustregeln: Bis zu 2,5% in abwaschbaren Produkten; bis zu 1,7% in Mundpflege-Produkten und bis zu 0,5% in nicht abgewaschenen Produkten (z.B. Cremes).

Fakten über Mineralöle und Parabene

Wir sehen immer wieder breit gefächerte und hitzige Diskussionen rund um Mineralöle und Parabene; besonders häufig auf den Facebook-Seiten von dm-drogerie markt und Rossmann.

gooloo.de hat sich darauf spezialisiert, wirkstoffbezogene Bewertungen abzugeben. Wir haben zusätzlich unzählige Studien und Fachmeinungen eingeholt und mit einbezogen.

Deklaration: Als Mineralöle werden vor allem Öle und Präparate bezeichnet, die durch Extraktion aus der Erde entnommen werden. Es handelt sich dabei um millionen Jahre alte Vorkommen, die im Grunde genommen aus alten Abfällen entstanden sind.

Außerdem zählt man Siliziumoxid zu den Mineralölen, obwohl diese eine eigene Kategorie bestehen. Umgangssprachlich sind es "Silikone".

Wie funktionieren Mineralöle?

Mineralöle haben ein extrem großes Spektrum und aus einem Rohstoff können tausende verschiedene chemische Strukturen gewonnen werden. Nicht jedes Silikon ist gleich Silikon; und auch nicht jedes Paraffin gleich Paraffin.

Silikone können eine Vielzahl von Aufgaben haben. Sie dienen unter anderem als Grundlage für Makeup und Cremes, können Schutzfilme und "Coatings" erzeugen, Feuchtigkeit spenden, Feuchtigkeit binden oder als Feuchtigkeitsspeicher dienen; außerdem können sie als Lösungsmittel und in der Medizin u.a. auch als Magenberuhigungsmittel angewendet werden (Simeticon).

Paraffine

Paraffine sind "echte Erdöle". Sie fallen bei der Produktion von Diesel, Benzin und Co. an. Paraffine unterstehen extrem hohen Anforderungen. Paraffine, die in der Kosmetik eingesetzt werden, müssen absolute Reinheit nach dem Europäischen Arzneibuch besitzen. Sie werden hierfür sehr häufig gereinigt, gefiltert und mit Stoffen kombiniert, die Fremdkörper aus dem Öl lösen.

Paraffine gibt es als flüssige Variante (Paraffinum Liquidum), als Wachs bzw. festes Paraffin (Paraffin) oder in seiner medizinischen Form, Vaseline (Petrolatum).

Auf dem heutigen Wissensstand (Februar 2o24) wissen wir folgendes:

  • Paraffine können von jeder Person und in jedem Alter sicher und problemlos angewendet werden; in Babyölen ist es sogar der bevorzugte Öl-Typ, da Paraffine keine Allergien auslösen.
  • Paraffine dringen zu einem mikroskopisch kleinen Teil in die Haut ein, jedoch nicht genug, um sich anzureichern.
  • Paraffine sind absolut sicher; auch das verschlucken ist kein Problem, da es so wieder ausgeschieden wird.
  • Konträr zu den Annahmen der Menschen, kann Paraffin tatsächlich Feuchtigkeit spenden. Es wurde nachgewiesen, dass Paraffine nicht nur die Feuchtigkeit in der Haut behalten, sondern auch aktiv selbst Feuchtigkeit an die Haut abgeben.
  • Paraffine sind in tausenden von Medizinprodukten enthalten und in nahezu jeder Salbe aus der Apotheke.

Parabene

Zunächst einmal muss man wissen, dass es mehrere Parabene gibt. Einige sind verboten, da sie den Körper tatsächlich manipulieren; bei uns kommen aber nur vier große Parabene zum Einsatz: Methylparaben, Butylparaben, Ethylparaben und Propylparaben. Je nach Mischung und Einsatz darf die Konzentration an Parabenen in kosmetischen Produkten 0,8% nicht übersteigen.

Zu allererst muss man wissen: Parabene sind zuverlässig, extrem gut erforscht und in einigen Anwendungen immernoch das Mittel der Wahl.

Stand 2024 weiß man unter anderem folgendes:

  • Neuere Daten zeigen laut BfR, dass Methyl- und Ethylparaben beispielsweise keine negativen Auswirkungen auf die Reproduktionsfähigkeit männlicher Ratten haben.
  • Unbestritten ist, dass Parabene eine gewisse hormonelle Aktivität haben. Ob diese Aktivität ausreicht, um das menschliche Hormonsystem negativ zu beeinflussen, hängt von der jeweiligen Aufnahmemenge durch die Haut ab.
  • Dass ein Stoff hormonell aktiv ist, bedeutet nicht automatisch, dass er schädlich ist.
  • Es gibt zur Zeit keine wissenschaftlich belegten Hinweise, dass sich eine lang andauernde Summierung aller Umgebungseinflüsse durch Parabene aus verschiedenen Quellen, schädlich auf die menschliche Gesundheit auswirkt.

Parabene sind nicht nur kostengünstig, sondern auch effektiv. Wir verwenden gerne Produkte mit Parabenen, da bei diesen die Konservierung gesichert ist.

Alternative Konservierungsstoffe birgen nämlich nicht nur eine höhere Gefahr für Allergien, sondern auch eine höhere Gefahr dafür, dass Produkte nicht so lange konserviert bleiben, wie angegeben ist.

Es kommt häufig vor, dass Produkte mit alternativen Konservierungsstoffen, Sodium Benzoate zum Beispiel, früher verderben, als angegeben. Außerdem ist es mit alternativen Konservierungsstoffen nahezu unmöglich Produkte haltbar zu machen, die ständig in Kontakt mit der Luft sind (z.B. Cremes in Tiegeln). Zudem muss die Konzentration zum Teil deutlich höher sein, als es bei Parabenen der Fall ist.

Wo es möglich und sinnvoll ist, Parabene zu meiden (z.B. in schnelllebigen Produkten, wie Duschgelen), darf gerne auf Parabene verzichtet werden. Sie aber komplett abzuschreiben ist ein falsches Signal.

Zudem werden Parabene extrem häufig in medizinischen Cremes, Salben und Lotionen verwendet. Eine Verordnung beim Arzt für eine Salbe reicht aus, und man steht ohne Alternative zu den Parabenen da.

Es ist gut, dass es alternative Konservierungsmittel gibt; derzeit sind uns aber tatsächlich Parabene am liebsten.

Interessant: In allen Naturkosmetikprodukten (unabhängig von wem das Produkt zertifiziert wurde) sind sämtliche Mineralöle, Silikone und Parabene verboten. Wer zwingend hierauf verzichten möchte, kann sich also an Naturkosmetik bedienen. Jedoch: Naturkosmetik hat auch insgesamt das höchste Allergiepotenzial.

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Gewinnspiel des Monats

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Beispiele für Kommentare:
✔️ Makeup Looks und Swatches
✔️ Fragen ans Team und an die Community
✔️ Eigene Erfahrungen und Berichte
✔️ Hauls und Ersteindrücke
✔️ Positives und negatives Feedback
✔️ Unterhaltungen zwischen Nutzern

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Aktueller Stand:

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Dieser Inhalt wurde veröffentlicht am Dienstag, den 13.08.2024 und zuletzt bearbeitet am Sonntag, den 08.09.2024 21:11. Hinweise zu dieser Angabe findest du in den Allgemeinen Hinweisen.

ÜBER Eileen Pahl
Diese/r Autor/in wurde am 22.01.1995 geboren, hat empfindliche Mischhaut im Gesicht, Akne Typ 1, sowie Neurodermitis (atopische Dermatitis) am Ober- und Unterkörper i.V.m. trockener Haut. Die Haare sind kurz (Undercut), blond, gefärbt, chemisch behandelt und trocken.